Paramount gibt in seinem hochriskanten Rechtsstreit nicht nach und drängt weiterhin ein Dutzend Staaten, angeführt von Kalifornien, und die Writers Guild of America (WGA), die finanzielle Last ihrer Klagen zu tragen. Diese rechtlichen Anfechtungen haben eine massive Megafusion im Wert von 111 Milliarden Dollar vorübergehend zum Stillstand gebracht, und Paramount fordert nun eine erstaunliche Kaution von 1,88 Milliarden Dollar. Diese Summe würde als Absicherung dienen und potenzielle Verluste decken, falls das Studio letztendlich vor Gericht triumphiert.
Die Fusion, die ursprünglich bis Ende September abgeschlossen werden sollte, wurde im Juli von der US-Bezirksrichterin Araceli Martínez-Olguín auf Eis gelegt, die einen Prozess für März ansetzte. Diese Verzögerung hat erhebliche finanzielle Auswirkungen: Gemäß der bestehenden Vereinbarung erhalten die Warner Bros.-Aktionäre etwa 650 Millionen Dollar pro Quartal – oder satte 6,9 Millionen Dollar pro Tag –, wenn die Fusion nicht bis zum 1. Oktober abgeschlossen ist. Die vorgeschlagene Kaution soll die maximale potenzielle Auszahlung an Investoren sowie die damit verbundenen Anwaltskosten abdecken.
Die Staaten und die WGA haben sich gegen die Forderung von Paramount gewehrt und angedeutet, dass das Studio die Kaution vorgeschlagen habe, um die Aktionäre zu beeinflussen, die zu diesem Zeitpunkt auch ein konkurrierendes Angebot von Netflix in Betracht zogen. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte in einem kürzlich eingereichten Schriftsatz, dass Paramount „diese Verantwortung nun abwälzen möchte“.
Paramount hingegen behauptet in einem am Dienstag eingereichten Schriftsatz, dass die Bundeskartellgesetze und die einstweiligen Verfügungsverfahren die Staaten zur Stellung der Kaution verpflichten. Das Studio behauptet, die Verzögerung verursache „ernsthaften Schaden“ zu einem kritischen Zeitpunkt für die Branche, in der traditionelle Studios bereits den Druck von „Streaming-Megalithen wie Netflix und Amazon und anderen großen Technologieunternehmen, die in den Wettbewerb eingetreten sind“, spüren.
Während des gesamten Rechtsstreits hat Paramount immer wieder die erheblichen Verluste hervorgehoben, die durch die Verzögerung der Fusion entstanden sind, und auf verpasste Investitionsmöglichkeiten in die Produktion und steigende Finanzierungskosten hingewiesen. Danielle Sassoon, eine Anwältin für Paramount, betonte in dem Schriftsatz: „Paramount bittet lediglich darum, dass die Kläger das einhalten, was der Clayton Act vorschreibt: Eine Kaution, die Paramount für den Schaden entschädigt, den es erleiden wird, wenn sich die einstweilige Verfügung als unklug erwiesen hat, d.h. wenn Paramount letztendlich im Rechtsstreit obsiegt und daher zu Unrecht daran gehindert wurde, die Fusion jetzt abzuschließen, wie es dazu bereit ist.“
Ein wichtiger rechtlicher Streitpunkt in diesem Hin und Her dreht sich darum, ob tatsächlich eine einstweilige Verfügung erlassen wurde. Die Staaten argumentieren, dass, da Paramount freiwillig zugestimmt hat, den Deal im Rahmen einer gemeinsamen Vereinbarung nicht abzuschließen, nie offiziell eine einstweilige Verfügung erlassen wurde, was Paramount somit nicht für eine Kaution berechtigt. Paramount weist dieses Argument jedoch als „unaufrichtig“ zurück.
Historisch gesehen waren Gerichte zögerlich, massive Kautionen in Fusionsfällen zu erlassen, insbesondere wenn staatliche Stellen den Deal anfechten. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Nexstar-Tegna-Fusion, bei der der Richter trotz der Forderung des TV-Giganten nach 150 Millionen Dollar nur eine Kaution von 10.000 Dollar erließ.
Trotz dieser innerstaatlichen Hürden haben die Regulierungsbehörden in 69 Ländern der Fusion bereits ihren Stempel aufgedrückt. Die Klagen der Staaten und der WGA bleiben die einzigen Hindernisse, die den Abschluss des Deals verhindern.
Ein Paramount-Sprecher bekräftigte die Haltung des Studios: „Ohne diese Klagen ist die Transaktion nun ansonsten bereit zum Abschluss, und die daraus resultierenden Kosten der Verzögerung sind erheblich und quantifizierbar.“ Sie fügten hinzu: „Wenn die Kläger darauf bestehen, dass diese Transaktion während der Dauer ihrer Klage pausiert wird, müssen sie die finanziellen Konsequenzen akzeptieren, wenn ihre Anfechtung letztendlich scheitert. Paramount hat zugestimmt, den Abschluss zu verzögern, um eine schnelle Lösung des Falles zu ermöglichen, während es ausdrücklich seine gesetzlichen Rechte bewahrt hat, und wir halten uns weiterhin an diese Vereinbarung.“
Dieses juristische Schachspiel verdeutlicht den immensen finanziellen Druck und die strategischen Manöver, die in der modernen Unterhaltungsindustrie im Spiel sind, während große Akteure komplexe Fusionen und die sich ständig weiterentwickelnde Landschaft der Inhaltsproduktion und -verteilung navigieren.
