Moderiert von Variety Business Editor Todd Spangler, brachte das Panel „Entertainment and Media in the Age of AI“ verschiedene Stimmen aus dem gesamten Technologie- und Content-Spektrum zusammen, darunter Mira Lane (Google), Girish Balakrishnan (Netflix), Kathleen Grace (Lionsgate), Bertie Thomson (Hasbro), Annaka Vasquez (Teads) und Meagan Keane (Adobe). Ihre gemeinsame Botschaft: Der Begriff „KI“ ist zu weit gefasst und verschleiert die spezifischen, vorteilhaften Einsatzmöglichkeiten der Technologie.
„Ich denke, das Wort ‚KI‘ leistet im Moment zu viel“, erklärte Mira Lane, Googles VP of Technology and Society, und betonte den Vorstoß der Branche, KI in verdauliche, funktionale Komponenten zu zerlegen. Adobe beispielsweise kategorisiert seine KI-Tools in „assistive“, „korrektive“ und „generative“ Funktionen, um den Benutzern zu helfen, ihre spezifischen Anwendungen zu verstehen und das Missverständnis zu überwinden, dass es bei KI ausschließlich darum geht, Inhalte von Grund auf neu zu erstellen.
Zentral für die Diskussion war der Aufbau von Vertrauen in der kreativen Gemeinschaft und die Schaffung klarer Rahmenbedingungen für die KI-Integration. Girish Balakrishnan, Senior Director of Creative Innovation bei Netflix, verwies auf das öffentliche Rahmenwerk des Streamers für den Einsatz generativer KI in etwa 300 Programmen, ein Modell, von dem er glaubt, dass es Vertrauen fördert und Kreative zu sinnvollen Anwendungsfällen führt. Ähnlich zielt das von Kathleen Kennedy und dem American Film Institute geleitete Papier „Human Generative Workflows“, an dessen Entwicklung Lane mitwirkte, darauf ab, Anwendungsfälle zu klären, insbesondere in Bereichen wie der Urheberrechtsfähigkeit, einem entscheidenden, aber oft schwer fassbaren Ziel für KI-gestützte Produktionen.
Der Schutz von geistigem Eigentum und Markenintegrität erwies sich ebenfalls als wichtiges Anliegen. Unternehmen wie Hasbro entwickeln über ihr Sixth Wall Studio proprietäre Leitplanken für KI-Repliken beliebter Charaktere wie Optimus Prime und Cobra Commander, um autorisierte, markensichere interaktive Erlebnisse zu gewährleisten. Bertie Thomson, Leiter von Sixth Wall, erklärte: „Die Arbeit an der autorisierten KI-Version des Charakters bedeutet, dass dies für diese Schauspieler auch einen Schutzwert hat und auch für uns als IP-Eigentümer.“ Dieser Ansatz steht in scharfem Kontrast zu nicht autorisierten KI-Manipulationen und bietet einen sicheren Weg für die Charakterlizenzierung.
Letztendlich betonten die Führungskräfte, dass KI als leistungsstarkes Werkzeug dienen sollte, um Kreativität zu verbessern, die Produktion zu optimieren und das Geschichtenerzählen zu demokratisieren, anstatt menschlichen Einfallsreichtum zu ersetzen. „Filmemacher fragen nicht: ‚Möchte ich KI nutzen oder nicht?‘ Sie suchen nach Lösungen für bedeutsame kreative Probleme, mit denen sie in ihren Shows konfrontiert sind“, bemerkte Balakrishnan. Kathleen Grace, Chief AI Officer von Lionsgate, schloss sich dieser Meinung an und stellte sich eine Zukunft vor, in der KI-Tools es einfacher machen, eine größere Bandbreite talentierter Filmemacher zu entdecken und zu befähigen, um vielfältige neue Geschichten zum Leben zu erwecken.
