Eine Konstellation aus Hollywood- und europäischen Talenten wird über den roten Teppich schreiten. Brad Pitt kehrt mit seinem neuesten Projekt „Heart of the Beast“ nach San Sebastián zurück und markiert damit seinen ersten Auftritt seit „Inglourious Basterds“. Penélope Cruz, frisch von einem TIFF Special Tribute Award, gehört zu den geschäftigsten Stars und präsentiert zwei Oscar-Anwärter: „The Invite“ und „La Bola Negra“. Zu den angesehenen Gästen gesellt sich Naomi Watts, die am 19. September mit einem Donostia Award geehrt wird, während das deutsche Kinogröße Werner Herzog seinen bei der Eröffnungszeremonie erhält. Javier Bardem wird ebenfalls für Rodrigo Sorogoyens mit Spannung erwarteten Film „The Beloved“ erwartet.

Besonders das spanische Kino erlebt einen beispiellosen Boom, und das Festival dient als wichtige Bühne. Im Jahr 2024 investierten globale Streamer 2,0 Milliarden Euro (2,3 Milliarden US-Dollar) in Spanien und übertrafen damit die Investitionen in Frankreich und Deutschland. Spanien produzierte im vergangenen Jahr auch mehr Spielfilme als Frankreich, nämlich 423. José Luis Rebordinos, der Festivaldirektor, erklärte stolz: „Das spanische Kino war noch nie so stark“, eine Meinung, die durch den Erfolg von Netflix Spain's „Rafa“, der ersten nicht-englischen Serie, die eine Primetime Emmy-Nominierung erhielt, unterstrichen wird.

Zu den meistdiskutierten spanischen Titeln gehört „La Bola Negra“, ein Movistar Plus Original des Filmemacher-Duos Javier Calvo und Javier Ambrossi, liebevoll bekannt als Los Javis. Der Film, der zuvor in Cannes uraufgeführt wurde, sorgt für immense lokale Begeisterung, und Rebordinos bemerkte: „Wir werden mit Ticketanfragen überflutet.“ Movistar Plus baut sein Engagement für spanische Inhalte erheblich aus und strebt danach, seine Produktion von Originalserien zu verdoppeln und ereignisgesteuerte Autorenfilme zu unterstützen. Weitere bemerkenswerte spanische Beiträge sind Pedro Almodóvars „Bitter Christmas“, J.A. Bayonas „After Society“ und Fernando Truebas „Bajañí“.

Neben spanischen Produktionen bietet das Festival ein starkes internationales Programm. Die Weltpremiere von „Les Miserables“, einem epischen und doch realistischen Thriller von Fred Cavayé und Studiocanal, sorgt für erhebliches Aufsehen. Michaël R. Roskams „Le Faux Soir“ wird das Festival abschließen, und die Serie „El Castillo“ wird ebenfalls mit Spannung erwartet. Neue Talente werden in der Sektion New Directors vorgestellt, mit vielversprechenden Werken aus Norwegen, dem Vereinigten Königreich, Kasachstan und Mexiko. Der chilenische Regisseur Pablo Larraín, gefeiert für Filme wie „Jackie“ und „Spencer“, präsentiert die Weltpremiere von „My Sad Dead“, einer filmischen Adaption seiner Netflix-Serie.

Das Festival fördert auch den Branchen-Dialog durch die San Sebastián-CAA Media Finance Creative Investors Conference. Die diesjährigen Diskussionen werden sich mit kritischen Themen wie dem sich entwickelnden US-Kinopublikum und den Herausforderungen der Filmfinanzierung in den USA und Europa befassen, mit Einblicken von wichtigen Führungskräften und Produzenten.

Obwohl in diesem Jahr keine baskischen Filme im Hauptwettbewerb vertreten sind, wird dennoch eine starke Auswahl lokaler Produktionen gezeigt. Zu den Höhepunkten gehören David Pérez Sañudos historischer Thriller „The Harvester“ und Igor Legarretas „Blind Ants“ sowie vielversprechende Debüts einer neuen Generation baskischer Filmemacher.

Die Ausgabe 2026 markiert auch einen bedeutenden Moment für das Festival, da es sich auf einen Führungswechsel vorbereitet. José Luis Rebordinos, der das Festival seit 2010 leitet, wird im Januar 2027 zurücktreten, und Maileen Beloki, ein Mitglied seines Teams, wird die Nachfolge antreten. Rebordinos hinterlässt ein Erbe der Stabilität, erhöhter Sponsoring-Einnahmen und eine entscheidende Rolle bei der Stärkung Spaniens als globaler Film- und TV-Macht. Sein Abschied wird von der gesamten Branche mit großem Beifall aufgenommen, wobei unter Belokis Führung eine weitere Entwicklung und keine radikale Veränderung erwartet wird.