Thomas wurde am 26. Juli 1949 in London geboren und war von frühester Jugend an tief in der Filmwelt verwurzelt. Sein Vater, Ralph Thomas, war Regisseur mit über 40 Filmen, darunter "The 39 Steps" und die "Doctor"-Reihe, während sein Onkel, Gerald Thomas, die beliebte "Carry On"-Serie inszenierte.
Jeremy Thomas trat in die Fußstapfen seiner Familie und schuf seinen eigenen Weg, indem er die Recorded Picture Company gründete und später HanWay Films mitbegründete. Im Laufe seiner herausragenden Karriere produzierte er über 80 Spielfilme und arbeitete mit einer beeindruckenden Riege gefeierter Filmemacher wie Bernardo Bertolucci, Jonathan Glazer, David Cronenberg, Christopher Hampton und Nagisa Oshima zusammen.
Sein gefeiertster Erfolg war Bernardo Bertoluccis Meisterwerk "The Last Emperor" aus dem Jahr 1987. Der Film dominierte die Academy Awards und gewann neun Oscars, darunter den begehrten Best Picture, und erhielt auch den BAFTA für den besten Film. Thomas' bedeutende Beiträge zum Kino wurden 2006 weiter gewürdigt, als er einen Europäischen Filmpreis für herausragende europäische Leistungen im Weltkino erhielt.
Neben "The Last Emperor" umfasst Thomas' umfangreiche Produktionsliste eine vielfältige Palette von von der Kritik gefeierten Filmen wie David Cronenbergs viszeralen "Crash", Christopher Hamptons "A Dangerous Method", Jonathan Glazers düsteren "Sexy Beast" und Nagisa Oshimas ergreifenden "Merry Christmas Mr. Lawrence". Neben seiner Produktionsstärke übernahm Thomas 1998 auch die Regie für den Spielfilm "All the Little Animals" mit Christian Bale und John Hurt in den Hauptrollen.
Bei einem Rückblick auf seine Karriere auf dem Edinburgh International Film Festival im August 2025 teilte Thomas Einblicke in die sich entwickelnde Branche: „Ich war am Ende des goldenen Zeitalters des Kinos, als Filme Geld im Kino einspielten, bevor VHS überhaupt in Betracht gezogen wurde. Daher komme ich. Und um weiterzuarbeiten, um relevant zu bleiben, muss ich mich verändern. Und das ist eine Tatsache, und ich akzeptiere es.“
Die Nachricht von Thomas' Tod traf ein, als zwei seiner produzierten Filme auf dem Herbstfestival-Circuit für Aufsehen sorgten. Werner Herzogs "Bucking Fastard" konkurrierte bei den 83. Filmfestspielen von Venedig, und Takashi Miikes "Bad Lieutenant: Tokyo" sollte am 14. September auf dem Toronto International Film Festival uraufgeführt werden, ein Beweis für seinen anhaltenden Einfluss auf das globale Kino.
