Der Austausch, über den Ecranlarge berichtete, fand auf Threads statt, nachdem ein Online-Nutzer seine Überraschung über die scheinbare Allianz zwischen Guy Gardner und Maxwell Lord in der "Justice Gang" im kommenden Superman-Film zum Ausdruck gebracht hatte. Die Besorgnis des Fans rührte von Maxwell Lords jüngerer, entschieden bösartigerer Entwicklung in der DC-Comic-Lore her.
Gunn, bekannt für seine direkte Kommunikation mit den Fans, zögerte nicht, seine kreative Philosophie zu erläutern. Er erklärte, dass das neue DCU, das er gemeinsam mit Peter Safran leitet, als "alternatives Universum" und nicht als panel-für-panel-Übersetzung bestehender Comic-Handlungen fungiere. "Wer hat gesagt, dass [Maxwell Lord] böse ist?", erwiderte Gunn auf Threads. "Das DCU ist keine Kopie von DC Comics, es ist ein alternatives Universum." Er erläuterte weiter seine persönliche Zuneigung zu der Figur: "Aber um Ihnen einen Hinweis zu geben: Ich bin ein großer Fan des zutiefst fehlerhaften, aber absolut nicht bösartigen Max, der ursprünglich von DeMatteis, Giffen und Maguire geschaffen wurde, und nicht des eindimensionalen Schurken, zu dem er später durch rückwirkende Kontinuität wurde. Der ursprüngliche Max, wie er in Justice League International auftrat, war eine meiner Lieblingsfiguren."
Diese Aussage beleuchtet Gunns Absicht, sich aus der reichen, oft widersprüchlichen Geschichte von DC Comics zu bedienen, anstatt sich streng an die jüngsten oder beliebtesten Interpretationen zu halten. Maxwell Lord zum Beispiel wurde erstmals 1987 als ehrgeiziger, opportunistischer Geschäftsmann eingeführt, der die Justice League International finanzierte. Seine Figur entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich, erlangte später telepathische Kräfte und wurde zu einem wichtigen Antagonisten, der berühmt dafür ist, Ted Kord (Blue Beetle) ermordet zu haben und in der Infinite Crisis-Handlung von Wonder Woman getötet zu werden. Gunns Vorliebe für die frühere, moralisch ambivalentere Version deutet auf einen nuancierten Ansatz zur Charakterentwicklung innerhalb des neuen filmischen Universums hin.
Das DCU steht unter immensem Druck von den Fans, insbesondere nachdem das vorherige DC Extended Universe (DCEU) mit einer Reihe von Kassenenttäuschungen wie Black Adam, Shazam! Fury of the Gods, The Flash, Blue Beetle und Aquaman and the Lost Kingdom endete. Während die ersten Anzeichen für das DCU gemischt sind – der Artikel erwähnt eine erfolgreiche Laufzeit der Lanterns-Serie auf HBO Max, im Gegensatz zu einer weniger günstigen Rezeption eines Supergirl-Films (im zukünftigen Kontext des Quellartikels) – unterstreicht Gunns Botschaft die Notwendigkeit kreativer Freiheit.
Mit fast einem Jahrhundert verworrener Kontinuität, zahllosen Neustarts und multiversalen Krisen wäre eine wörtliche Adaption von DC Comics auf der Leinwand eine nahezu unmögliche und potenziell uninteressante Aufgabe. Gunns Haltung betont, dass Schöpfer die Freiheit haben müssen, diese ikonischen Archetypen zu interpretieren und neu zu gestalten, um eine kohärente und fesselnde filmische Erzählung zu schmieden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, zu verhindern, dass das neue DCU durch starre Fan-Erwartungen gefesselt wird, und ermöglicht frische Ansätze, während der Geist des Ausgangsmaterials gewahrt bleibt.
Während das DCU mit Projekten wie Lanterns und dem kommenden Horrorfilm Clayface, der im Oktober 2026 erscheinen soll, weiter ausgerollt wird, dient Gunns Klarstellung als klare Anweisung an die Fans: Erwarten Sie eine Evolution, keine Replikation, des DC-Comic-Universums.
