Die Landschaft der Krimi-Thriller weist ausgeprägte Schwergewichte wie das historisch angesiedelte „Peaky Blinders“ und das gefeierte „Slow Horses“ von Apple TV+ auf. Doch eine Serie ist entstanden, die ihre fesselnden Eigenschaften meisterhaft in einem einzigen, brutalen Paket vereint: „Gangs of London“. Dieses hochoktanige Drama hat beträchtliche Aufmerksamkeit erregt und ist offiziell für eine vierte Staffel vorgesehen.

„Peaky Blinders“ fesselte das Publikum mit Cillian Murphys ikonischer Darstellung des Antihelden Thomas Shelby, seiner modernisierten Nachkriegs-Kulisse des Ersten Weltkriegs und den starken Themen des Klassenkampfes und des psychologischen Traumas. „Slow Horses“ hingegen erntete Lob für einen faszinierenden Anti-Bond-Ansatz, der traditionelle Spionagethriller mit dunkler Bürokomödie und bürokratischen Intrigen untergräbt. „Gangs of London“ verwebt diese unterschiedlichen Elemente geschickt in seine Erzählung, während es eine einzigartige Identität bewahrt.

Gangs Of London ist, überraschenderweise, eine Videospiel-Adaption

Gangs of London

Von Gareth Evans und Matt Flannery geschaffen, bezieht „Gangs of London“ sein ursprüngliches Konzept von einem PlayStation 2-Videospiel gleichen Namens von Sonys London Studio. Während das Spiel selbst eher „Grand Theft Auto“ mit minimaler Erzählung ähnelte, erhebt die Fernseh-Adaption diese Prämisse zu einem Prestigedrama. Evans und Flannery übernehmen die Kernidee von kriegführenden kriminellen Syndikaten, die nach der Ermordung eines Paten in modernen London um die Macht kämpfen, überarbeiten aber die Charaktere und den Ton komplett und schaffen eine reiche, komplexe Erzählung.

Neben seiner fesselnden Geschichte zeichnet sich „Gangs of London“ durch Evans' charakteristische, hyper-choreografierte, brutal-viszerale Actionsequenzen aus. Seine schonungslose Darstellung von Gewalt dient als erzählerisches Mittel, das an gefeierte Krimi-Thriller wie „The Raid“, „The Departed“ und „Snatch“ erinnert. Während sein kompromissloser Ansatz zur Brutalität nicht für jeden Zuschauer geeignet sein mag, gilt die Serie als eines der besten modernen Krimidramen und eine seltene erfolgreiche Videospiel-Adaption.

Gangs Of London ist wie ein modernes Peaky Blinders (aber in London)

John Shelby hält eine Zigarette, während er in einer Restaurantkabine sitzt

Eine direkte Verbindung zwischen „Peaky Blinders“ und „Gangs of London“ ist der Schauspieler Joe Cole. Bekannt für seine Rolle als der hitzköpfige John Shelby in „Peaky Blinders“, liefert Cole eine unglaubliche Leistung als Sean Wallace, der instabile Familienpatriarch im Zentrum von „Gangs of London“. Sein Übergang zeigt seine Bandbreite, indem er von einer Nebenrolle in einem Historiendrama zur Führung eines modernen Verbrecherimperiums wechselt.

Ähnlich wie „Peaky Blinders“ konzentriert sich „Gangs of London“ auf ein rücksichtsloses Familienunternehmen, das entschlossen ist, inmitten plötzlichen Chaos die Kontrolle und Dominanz zu bewahren. Visuell teilen beide Serien eine hochstilisierte Ästhetik, von ihrer Darstellung von Gewalt bis zu ihren eindringlichen Soundtracks. Während „Gangs of London“ das Birmingham der 1920er Jahre gegen das zeitgenössische London tauscht, scheut es sich nicht, packendes Kriminaldrama mit übertriebenen Elementen zu kombinieren, die seine gewalttätige Welt zu extremen, fesselnden Längen treiben.