Die Filmfestspiele von Venedig waren am Freitagabend Gastgeber der Weltpremiere von Paul Schraders The Basics of Philosophy, wo der verehrte 80-jährige Regisseur von Emotionen überwältigt wurde, als die Abspänne zu einer vierminütigen Standing Ovation liefen. Der herzliche Empfang führte dazu, dass Schrader, bekannt für sein stoisches Auftreten, Tränen vergoss, was eine tröstende Umarmung von seinem Hauptdarsteller Jack Huston hervorrief.

The Basics of Philosophy taucht in das akribisch geordnete Leben von John Jorissen (Jack Huston) ein, einem Philosophieprofessor, der mit einer lange vergrabenen Übertretung ringt. Als eine Figur aus seiner Vergangenheit wieder auftaucht, stürzt Jorissen in eine existenzielle Krise und kämpft mit tiefen Schuldgefühlen und aufkeimendem Verlangen. Sofia Boutella spielt an der Seite von Jack Huston als Becca, Jorissens Partnerin und Kollegin, zusammen mit einer starken Ensemblebesetzung, darunter Daniel Zovatto, Bill Pullman, Dana Delany, Shiloh Fernandez, Karl Glusman und Elizabeth Petruso. Der Film kann auch Martin Scorsese als ausführenden Produzenten vorweisen, was eine Zusammenarbeit mit Schrader fortsetzt, die ikonische Werke wie Taxi Driver und Raging Bull umfasst.

Die Premiere des Films wurde trotz seines düsteren und introspektiven Themas vom Lido-Publikum herzlich aufgenommen. Das Publikum erhob sich zu einer Standing Ovation und applaudierte vier Minuten lang, ein Moment, der Schrader sichtlich berührte.

Paul Schrader gets choked up during the 4-minute standing ovation following the world premiere his film ‘The Basics of Philosophy’ at the Venice Film Festival. The drama stars Jack Huston, Sofia Boutella, Bill Pullman, Dana Delany, Daniel Zovatto and others. pic.twitter.com/nYuoANMTLD — The Hollywood Reporter (@THR)

The Basics of Philosophy markiert Schraders fortgesetzte Erforschung seines charakteristischen „Man in the Room“-Motivs. Dieser wiederkehrende Archetyp, der erstmals von Travis Bickle in Taxi Driver verkörpert wurde, zeigt einen einsamen männlichen Protagonisten, der Tagebuch führt und seinen Beruf als Maske benutzt. Schrader erläuterte diesen Charakter gegenüber THR und erklärte: „Er ist der Einzelgänger, der seine eigene Gesellschaft pflegt, Tagebuch führt und eine Maske trägt, die sein Beruf ist. Er begann seine Reise als Taxifahrer, war dann Escort [in American Gigolo], Drogenkurier [*Light Sleeper*], Polizist [in Affliction], Pfarrer [*First Reformed*], Pokerspieler [*The Card Counter*] und Gärtner [*Master Gardener*]. Jetzt ist er Philosophieprofessor.“

Dieser neueste Film festigt Schraders kritische Wiederauferstehung im Spätwerk, nach gefeierten Werken wie First Reformed (2017), The Card Counter (2021) und Master Gardener (2022), die alle ebenfalls in Venedig Premiere feierten. First Reformed brachte Schrader im Alter von 71 Jahren seine erste Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch ein.