Das Jahr 2026 war ein ereignisreiches Jahr für das Spider-Man-Franchise. Auf der großen Leinwand setzte der Blockbuster Spider-Man: Brand New Day seinen beeindruckenden Lauf fort und spielte weltweit erstaunliche 2,45 Milliarden US-Dollar ein. Unterdessen lieferte Amazons Streaming-Plattform die exzellente Serie Spider-Noir mit Nicolas Cage in der Hauptrolle.
Die Serie fand Anklang beim Publikum, sammelte laut Nielsen in den ersten sechs Wochen 2,6 Milliarden Minuten Wiedergabezeit und erhielt beeindruckende 11 Emmy-Nominierungen – ein Rekord für Prime Video in diesem Jahr. Doch trotz dieses Erfolgs traf Amazon die überraschende Entscheidung, Spider-Noir abzusagen, eine Entscheidung, die Nicolas Cage Berichten zufolge mit philosophischer Gelassenheit aufnahm.
Der Streaming-Gigant hat jedoch offensichtlich keine Absicht, die lukrative Spider-Man-IP aufzugeben. Quellen deuten darauf hin, dass Amazon bereits seine nächsten Schritte plant, mit Plänen für eine oder sogar zwei neue Spin-off-Serien.

Immer mehr Spider-Man
Der genaue Umfang dieser neuen Offensive bleibt etwas nebulös. Nach Enthüllungen des amerikanischen Medienportals The Ankler haben Amazon und Sony bereits vier unabhängige Drehbücher in Auftrag gegeben und erhalten, die jeweils von sehr unterschiedlichen Kreativen stammen. Dies deutet darauf hin, dass die beiden Unternehmen immer noch verschiedene Richtungen für ihre nächsten Projekte erkunden. Hier sind die angeblich beteiligten Autoren:
- Alison Tatlock: Autorin und Produzentin, bekannt für ihre Arbeit an Better Call Saul und Pluribus.
- Kelvin Yu: Schöpfer und Showrunner der Serie American Born Chinese und Autor für Bob's Burgers.
- Ben Nedivi und Matt Wolpert: Schöpfer von For All Mankind, die mit Megan McDonnell (WandaVision, The Marvels) an diesem Projekt zusammenarbeiten.
- Ben H. Winters: Produzent und Schöpfer von Tracker.

Obwohl noch keine endgültige Freigabe erteilt wurde, erwägt die Plattform Berichten zufolge ernsthaft, eines oder zwei dieser Projekte voranzutreiben. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist jedoch geboten, da die Fernseh-Saga zwischen Sony und Amazon bezüglich der Spider-Man-Lizenz ihre Höhen und Tiefen hatte. Es sei daran erinnert, dass Prime Video vor Spider-Noir das Projekt Silk: Spider Society nach jahrelangen Beratungen und Umschreibungen auf Eis gelegt hatte.
Eine weitere bedeutende Herausforderung liegt in der Identifizierung der Hauptfiguren. Aufgrund Sonys bestehendem Vertrag mit Marvel, der Peter Parker für das Kino reserviert, ist Prime Video gezwungen, tiefer in die Marvel-Mythologie einzutauchen, um seine Helden zu finden. Obwohl es viele Optionen gibt (Spider-Man 2099, Scarlet Spider, Spider-Woman, Spider-Punk – der im Kino erscheinen wird – oder sogar die symbiotischen Venom und Carnage), ist es ungewiss, ob alle beim breiten Publikum gleichermaßen Anklang finden werden. Vorerst haben diese potenziellen neuen Spidey-Serien keine angekündigten Veröffentlichungstermine.
