Das mit Spannung erwartete Drama, das von Lee und Oh Jung-mi (die auch bei „Burning“ zusammenarbeiteten) mitgeschrieben wurde, fesselte das Publikum am Sonntagabend. „Possible Love“ taucht tief in das komplexe Leben zweier Ehepaare ein, deren Wege sich unerwartet kreuzen. Die Handlung dreht sich um Mi-ok (Jeon Do-Yeon), die ein ruhiges Leben mit ihrem Ehemann Ho-Seok (Sul Kyung-gu) und ihrem kleinen Sohn Cheol führt. Ihre Welt gerät ins Wanken, nachdem Ho-seok nach einem bedeutenden Vorfall, der ihn Schwierigkeiten bereitet, mit seiner Familie in Kontakt zu treten, seinen Job verliert.

Die wahre Natur von Ho-seoks Vorfall in der Vergangenheit kommt ans Licht, nachdem die Familie auf Ye-ji (Cho Yeo-jeong), eine Dokumentarfilmerin, die sich auf das Leben von entlassenen Arbeitnehmern konzentriert, und ihren superreichen Ehemann Sang-woo (Zo In-sung) trifft. Als Mi-ok zustimmt, für Ye-jis Projekt gefilmt zu werden, entwickelt sich eine tiefere Verbindung zwischen den beiden Frauen, die eine unbehagliche Spannung erzeugt, die beide Haushalte tiefgreifend beeinflusst.

Vor der Premiere in Venedig verriet Regisseur Lee, dass die Inspiration für den Film aus einer Zeit der Massenentlassungen bei einem großen koreanischen Konglomerat vor Jahren stammt. „Damals dachte ich, dass dies ein transformatives Ereignis auf dem koreanischen Arbeitsmarkt sein würde“, erklärte Lee. „Ich wusste auch, dass dies wahrscheinlich der Beginn einer Normalisierung solcher Umstrukturierungen von Konglomeraten war, die das Leben dieser Arbeiter stark verändern würden.“

Lee zögerte zunächst, das Projekt zu verfolgen, und stellte seine Eignung in Frage, eine solche Geschichte zu erzählen. „Ich begann mich zu fragen: Bin ich würdig, eine solche Geschichte zu erzählen? Habe ich das Recht dazu? Es wurden bereits Dokumentationen zu diesem Thema gedreht“, erzählte er. „Könnte ich es wirklich rechtfertigen, dies in einen Spielfilm zu verwandeln? Ich konnte keine klare Antwort auf diese Frage finden, also legte ich das Projekt beiseite.“

Trotz seiner anfänglichen Vorbehalte hat „Possible Love“ bereits bedeutende Anerkennung erfahren. Das Korean Film Council hat den Titel bereits als Koreas offizielle Oscar-Einreichung für die Kategorie Bester Internationaler Film ausgewählt. Netflix, das den Film finanziert und die internationalen Rechte besitzt, hat eine Oscar-qualifizierende Kinoauswertung in Korea, den USA und anderen ausgewählten Gebieten bestätigt. Diese Veröffentlichung wird auf seine prestigeträchtigen Vorführungen auf den Filmfestspielen von Venedig und Toronto folgen.

Der Film verfügt über eine starke Ensemblebesetzung, die von Anonymous Content, Koreas NOWFILM und Pinehouse Film koproduziert wurde. Jeon Do-yeon, die bereits mit Regisseur Lee bei „Secret Sunshine“ zusammenarbeitete, und Sul Kyung-gu, der in Lees „Peppermint Candy“ mitspielte, führen die Besetzung neben Zo In-sung und Cho Yeo-jeong an.