Zum ersten Mal in seiner Geschichte könnten die Emmy Awards das lineare Fernsehen verlassen. Popcorn Wire hat erfahren, dass Amazon derzeit mit der Television Academy Gespräche führt, um die Rechte zur Ausstrahlung der prestigeträchtigen jährlichen Zeremonie zu sichern. Dieser potenzielle Deal, der im nächsten Jahr beginnen würde, stellt einen Meilenstein für die Emmys dar und signalisiert eine bedeutende Entwicklung, wie das Publikum einen der größten TV-Abende erleben wird.

Die Gespräche finden statt, da das seit langem bestehende „Broadcast Wheel“ – ein System, bei dem ABC, CBS, Fox und NBC alle vier Jahre die Gastgeberrolle für die Emmys rotierten – abgeschlossen ist. Diese etablierte Vereinbarung, die 1995 begann, sah die konsistente Ausstrahlung der Zeremonie auf großen Sendern vor. In den letzten Jahren haben jedoch sinkende Zuschauerzahlen und eine Verschiebung in der Preislandschaft die Television Academy dazu veranlasst, neue Wege zu erkunden.

Laut einem Bericht von Deadline, der die ursprünglich von Variety veröffentlichte Nachricht bestätigte, sucht die Television Academy unter der Leitung von Vorsitzendem Cris Abrego aktiv nach einem neuen Übertragungspartner. Während verschiedene Optionen, einschließlich eines möglichen Simulcast-Ansatzes, der sowohl traditionelle Sender als auch Streamer einbezieht, in Betracht gezogen wurden, scheint ein dedizierter Streaming-Deal nun der Favorit zu sein.

Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend im Preisverleihungszirkus wider. Andere große Zeremonien haben bereits den Sprung zu Streaming-Plattformen geschafft. Die Academy Awards haben kürzlich einen Deal mit YouTube abgeschlossen und sich von ihrem langjährigen Sendeplatz auf den Netzwerken von Disney getrennt. Ebenso haben die Actors Awards (früher SAG Awards) und die Academy of Country Music Awards den Übergang zum Streaming vollzogen, um die sich ändernden Sehgewohnheiten des Publikums zu erkennen.

Traditionelle Fernsehsender haben Berichten zufolge eine schwindende Begeisterung für die Ausrichtung der Emmys gezeigt, teilweise aufgrund der abnehmenden Anzahl von Preisen, die sie im Vergleich zu Streaming-Diensten und Kabelkanälen gewinnen. Während Amazon selbst in diesem Jahr nur fünf Emmys erhielt, hauptsächlich für seine von der Kritik gefeierte Serie Spider-Noir, hat die allgemeine Verschiebung in der Content-Erstellung und -Anerkennung Plattformen begünstigt, die über das traditionelle Broadcast-Modell hinausgehen.

Diese potenzielle Partnerschaft mit Amazon würde die Emmys nicht nur einem globalen Streaming-Publikum zugänglich machen, sondern auch die wachsende Dominanz digitaler Plattformen in der Unterhaltungsindustrie unterstreichen. Es markiert einen entscheidenden Moment für eine Preisverleihungsshow, die einst regelmäßig über 20 Millionen Zuschauer anzog, aber seit 2019 rückläufige Einschaltquoten im einstelligen Bereich verzeichnete. Sollte der Deal zustande kommen, wird er eine neue Ära für die Emmys einläuten und sie fest in der sich entwickelnden Landschaft des digitalen Entertainments verankern.


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