Nach Jahren des Eintauchens in das DC-Universum präsentiert Zack Snyder 'The Last Photograph', einen gewalttätigen, aber bemerkenswert menschlichen Action-Thriller, der vor dem Hintergrund eines nicht identifizierten lateinamerikanischen Landes spielt. Während einige angesichts früherer Kontroversen um Filme wie '300' oder Vergleiche mit jüngsten Indie-Filmen wie 'Sound of Freedom' eine politisch aufgeladene Erzählung erwarten könnten, weicht Snyders jüngster Film solche Bedenken weitgehend aus. Stattdessen bietet er eine testosterongeladene 'Fella-Drama'-Bromance, die eher an die moralischen Komplexitäten von Peter Weirs 'The Year of Living Dangerously' erinnert.
Snyder, der den Film auch selbst gedreht hat, gestaltet einen visuell eindrucksvollen Auftakt. Wir lernen den Fotojournalisten Joe Wallace in einem schmuddeligen Keller eines Restaurants kennen, der scheinbar unempfänglich für die Annäherungsversuche einer Kellnerin ist, seine Aufmerksamkeit geteilt zwischen einem wunderschönen Schmetterling und einer frischen Heroinspritze. Das plötzliche Knistern von Schüssen reißt ihn in Aktion. Mit der Kamera bereit stürmt Joe nach oben und fängt die schrecklichen Folgen eines Guerilla-Angriffs auf eine Kindergeburtstagsparty ein, wird Zeuge des Massakers der Erwachsenen und der Entführung zweier Kinder, während er selbst knapp dem Tod entkommt.
Die Auswirkungen des Vorfalls reichen bis zu einem abgelegenen schottischen Schafhof, wo Ethan Black (Stuart Martin) Respekt für seine sanfte Art mit Tieren genießt, Momente bevor er sie zum Abendessen zerlegt. Wir erfahren, dass Ethans Bruder, der Vater des Geburtstagskindes, bei dem Massaker getötet wurde. Der wahre Katalysator für Ethans rachsüchtige Suche ist jedoch nicht nur brüderliche Trauer, sondern die Tatsache, dass seine Schwägerin – die Frau auf einem der mehreren 'letzten' Fotos, die jeweils eine persönliche Bedeutung haben – die Liebe seines Lebens war. Ihr heimlicher Flirt hinterließ ihm eine Polaroidaufnahme mit der kryptischen Inschrift: 'Das ist ein Foto aus dieser anderen Welt.'
Angetrieben, die Mörder aufzuspüren, fliegt Ethan nach Lateinamerika und besticht sich schließlich den Weg zu Joe Wallace. Er findet Joe in einem schäbigen Sexclub, noch gezeichnet von seiner jüngsten Tortur, und schlägt einen Deal vor: 10.000 Dollar für Joes Hilfe bei der Identifizierung der Mörder seines Bruders und der Rettung der vermissten Kinder. Joe, der das Geld braucht und von dem Versprechen auf Adrenalin und Sensation angezogen wird – seine emotionale Landschaft ist durch eine ständige Heroinzufuhr weitgehend abgestumpft – willigt bereitwillig ein.
Die folgende Reise hat deutliche Anklänge an 'Apocalypse Now', nicht nur wegen der wörtlichen Flussaufwärtsfahrt, sondern auch wegen des Fokus auf den transformativen Prozess der Reise selbst, anstatt nur auf das Ziel. Beide Charaktere stehen vor einer Abrechnung. Unterwegs enthüllt Ethan, von Martin glaubwürdig als 'Soldat, der einheimisch geworden ist' dargestellt, nach und nach seine Vergangenheit als ehemaliger DEA-Agent und erzählt Geschichten, die gelegentlich an 'Tropic Thunder' erinnern. Fra Fee als Joe steht vor der schwierigeren Aufgabe, eine weitgehend reaktive Rolle zu spielen. Während Ethan traurig mit den Folgen seiner vergangenen Entscheidungen ringt, zieht sich Joe in seine scheinbar unerschöpfliche Heroinversorgung zurück, oft von Ethan verspottet, weil er sich hinter seiner Kamera versteckt.
Trotz der ernsten Themen bietet der Film beträchtliche Spannung, Nervenkitzel und sogar einen wirklich unerwarteten, lautstarken Lachmoment mit einem Fahrer und einer Frage nach 'dem König' (nicht Elvis). Ein wiederkehrendes Problem bei 'The Last Photograph' ist jedoch Snyders gelegentliche Neigung, die Charakterentwicklung zugunsten von rasanten Action-Setpieces beiseitezuschieben.
Nichtsdestotrotz ist es erfrischend zu sehen, wie Snyder seine übliche Komfortzone verlässt und seine erzählerischen Fähigkeiten schärft, ohne auf Superhelden-Pyrotechnik angewiesen zu sein. Dieser Schritt zeigt einen Regisseur, der bereit ist, neues Terrain zu erkunden und sein Handwerk in einem intimeren, wenn auch immer noch intensiv viszeralen Kontext zu verfeinern.
