Der Film, im Hebräischen bekannt als „Independence“, war der große Gewinner des Abends und holte beeindruckende 10 Ophir-Trophäen. Dazu gehören die höchsten Auszeichnungen für die beste Regie und das beste Drehbuch, die beide an Rosenthal gingen. „Tell Me Everything“ ging mit rekordverdächtigen 16 Nominierungen in die Ophir Awards, die oft als Israels Äquivalent zu den Academy Awards angesehen werden, was seinen starken kritischen Beifall unterstreicht.

Die Ophir Awards haben einen erheblichen Einfluss auf Israels Oscar-Ambitionen: Der Gewinner der Kategorie „Bester Film“ qualifiziert sich automatisch als Beitrag des Landes für den hart umkämpften Oscar für den besten internationalen Spielfilm. Dies macht „Tell Me Everything“ zum Aushängeschild des israelischen Kinos auf der globalen Bühne.

Rosenthals Film spielt im Israel von 1987 und taucht in eine zutiefst persönliche und ergreifende Geschichte ein. Er begleitet den 12-jährigen Boaz (Yair Mazor) bei einer lebensverändernden Entdeckung: Sein Vater (Assi Cohen), den er vergöttert, ist schwul. Diese Offenbarung zerschmettert ihre Familieneinheit, während die aufkommende AIDS-Pandemie droht. Ein Jahrzehnt später kehrt der Film zu Boaz (jetzt gespielt von Ido Tako) und seinem Vater zurück, als sie versuchen, sich zu versöhnen und alte Wunden zu heilen. Keren Tzur, Neta Orbach und Mor Demari spielen ebenfalls in dem Film mit.

„Tell Me Everything“ feierte seine Weltpremiere auf dem diesjährigen Sundance Film Festival, wo er im World Cinema Dramatic Competition antrat und internationale Aufmerksamkeit erregte. Anschließend startete er am 1. September in den israelischen Kinos.

Mit Blick auf die Academy Awards wird die 15 Filme umfassende Oscar-Shortlist für die Kategorie „Bester internationaler Spielfilm“ voraussichtlich am 15. Dezember veröffentlicht, die endgültigen Oscar-Nominierungen werden am 21. Januar 2027 bekannt gegeben.

Israel hat eine bemerkenswerte Geschichte in der internationalen Oscar-Kategorie und erhielt im Laufe der Jahre 10 Nominierungen, konnte aber noch keinen Sieg erringen. Die jüngste Nominierung war 2011 für Joseph Cedars „Footnote“. In jüngerer Zeit schaffte es Israel 2015 mit „Foxtrot“ auf die 15-Filme-Shortlist und reichte letztes Jahr Shai Carmeli-Pollaks „The Sea“ ein, was seine konstante Präsenz im Rennen unterstreicht.