Das Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film wird heißer, und Frankreich hat gerade seine beeindruckende Shortlist von fünf Filmen bekannt gegeben. An der Spitze stehen Antonin Baudrys fesselndes politisches Biopic De Gaulle und Andrey Zvyagintsevs von der Kritik gefeiertes Cannes-Wettbewerbsdrama Minotaur. Diese Titel sind nun einen Schritt näher daran, Frankreich bei den 99. Academy Awards zu vertreten.
Die vollständige Auswahl, die vom CNC, der französischen nationalen Filmbehörde, enthüllt wurde, zeigt eine vielfältige Bandbreite an filmischem Talent. Neben De Gaulle und Minotaur umfasst die Shortlist Louis Clichys Le Corset, Marine Atlans La Gradiva und Arthur Hararis faszinierendes Werk L’Inconnue.
Baudrys Herzensprojekt De Gaulle brauchte über fünf Jahre, um auf die Leinwand zu kommen. Dieses historische Epos stürzt die Zuschauer in die turbulenten letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, gesehen durch die entschlossenen Augen von General Charles de Gaulle und die mutigen Menschen, die der Kapitulation angesichts des Zusammenbruchs Frankreichs trotzten. Simon Abkarian liefert eine kraftvolle Leistung als de Gaulle, unterstützt von einer herausragenden Besetzung, darunter Benoît Magimel, Mathieu Kassovitz, Niels Schneider, Karim Leklou, Florian Lesieur und Anamaria Vartolomei.
Unterdessen kommt Zvyagintsevs Minotaur mit erheblichem Prestige an, nachdem er bereits den Grand Prix in Cannes gewonnen und einen Platz auf Deutschlands eigener internationaler Oscar-Longlist erhalten hat. Dieses packende Drama konzentriert sich auf einen mächtigen russischen Manager, dessen perfekt geordnete Leben ins Chaos abgleitet, als berufliche Turbulenzen, globale Umwälzungen und persönlicher Verrat aufeinandertreffen. Es ist eine wahrhaft internationale Produktion, die als französisch-deutsch-lettische Koproduktion entstanden ist.
Louis Clichys Animationsdrama Le Corset bietet eine andere Art von Erzählung und sicherte sich in diesem Jahr den Spezialpreis der Jury im Wettbewerb Un Certain Regard in Cannes. Diese ergreifende Coming-of-Age-Geschichte folgt dem 11-jährigen Christophe, der mit dem immensen Druck kämpft, die Erwartungen seines strengen und distanzierten Vaters auf dem Familienbauernhof zu erfüllen.
Marine Atlans La Gradiva kann ebenfalls einen Cannes-Sieg vorweisen und gewann den Hauptpreis im Wettbewerb der Critics’ Week in diesem Jahr. Der Film entführt die Zuschauer auf eine Klassenfahrt nach Neapel, wo eine Gruppe von High-School-Schülern in die stimmungsvolle, aufgeladene Atmosphäre von Pompeji gerät. Inmitten der antiken Ruinen werden sie von einer wirbelnden Mischung aus Verlangen, Wut und Verzweiflung erfasst und geben sich schließlich diesen mächtigen Emotionen hin.
Bemerkenswerterweise markiert La Gradiva Atlans beeindruckendes Regiedebüt bei einem Spielfilm und baut auf ihrer erfolgreichen Karriere als Kamerafrau für Filme wie Jessica Forever, The Rapture, Summer Scars und Queens of Drama auf.
Abgerundet wird die Shortlist durch Arthur Hararis L’Inconnue, der ebenfalls in Cannes Premiere feierte. In diesem Film, der Léa Seydoux und Niels Schneider in den Hauptrollen zeigt, handelt es sich um eine Adaption von Hararis Graphic Novel The Case of David Zimmerman, die er gemeinsam mit seinem Bruder Lucas Harari verfasst hat. Die Geschichte, auch bekannt als The Unknown, folgt David (Schneider), einem zurückgezogenen Fotografen, der am Neujahrstag im Körper einer Frau (Seydoux) erwacht, die er in der Nacht zuvor mysteriös auf einer Party kennengelernt hat.
Das französische Auswahlkomitee steht nun vor der schwierigen Aufgabe, einen Film auszuwählen, der die Nation vertritt. Ihre endgültige Entscheidung wird nach einer Beratungsphase getroffen, die am 16. September beginnt.
