Filmemacher Danny Boyle hat sich zu seinem Ausflug in die künstliche Intelligenz geäußert und den Einsatz von generativer KI in seinem neuen Film „Ink“ bestätigt. Im Gespräch mit Vanity Fair auf dem Telluride Film Festival verriet Boyle, dass etwa 30 Sekunden der Laufzeit des Films KI-generierte Inhalte enthalten.

„Es gibt etwa 30 Sekunden in unserem Film, in denen wir ein paar alte Fotos animieren“, erklärte Boyle und ging damit auf Spekulationen ein, die nach der Premiere des Films aufkamen. Er fügte humorvoll hinzu: „Oh, und da sind ein paar Mäuse. Es ist sehr gut für Tiere, und wir hatten ein paar Mäuse, die durch die Redaktion von The Sun laufen.“

Tatsächlich hatten einige Zuschauer in den sozialen Medien darüber spekuliert, ob KI hinter der Wiederbelebung historischer Bilder steckte, insbesondere der der Kray-Brüder und der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Boyles Äußerungen aus Telluride scheinen diese Beobachtungen zu bestätigen.

Über die praktische Anwendung in „Ink“ hinaus teilte Boyle auch seine breitere Perspektive auf KI in der Filmindustrie. Er betonte, dass seine persönliche Meinung weniger wichtig sei als die der jüngeren Generationen. „Es spielt keine Rolle, was ich über KI denke. Es zählt, was 20-Jährige darüber denken. Das ist die ehrliche Wahrheit“, erklärte er. Während er KI als „in vielerlei Hinsicht ein sehr nützliches Werkzeug“ anerkennt, unterstrich Boyle die Bedeutung des ethischen Einsatzes, insbesondere im Hinblick auf die Vergütung: „vorausgesetzt, man nutzt sie respektvoll und vorausgesetzt, man bezahlt Schauspieler, wenn man sie durch irgendeine Art von KI-Verkörperung ersetzen will.“

Anfang der Woche äußerte Boyle auf der Pressekonferenz für „Ink“ in Venedig Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen von KI auf verschiedene Sektoren, einschließlich des Journalismus. Er stellte die Integrität von KI-generierten Nachrichten in Frage: „Die Gefahr bei den Tech-Giganten und ihrer KI besteht darin, dass sie den Journalismus ersetzen können. Sie werden einen KI-Journalisten haben können, der viel effizienter, billiger usw. ist, und wird dieser KI-Journalist der Macht, die ihn geschaffen hat, die Wahrheit sagen?“

„Ink“ taucht tief in den dramatischen Aufstieg des berüchtigten britischen Klatschblatts The Sun in den 1970er Jahren ein. Die Geschichte folgt Larry Lamb, gespielt von Jack O’Connell, nachdem er 1969 von einem aufstrebenden Medienmogul, Rupert Murdoch, vom Daily Mirror abgeworben wurde. Der Film mit Guy Pearce und Claire Foy in weiteren Rollen.

Als Koproduktion von Studiocanal und Netflix hat „Ink“ seit seinem Debüt in Venedig überwiegend positive Kritiken erhalten und hält derzeit eine frische Bewertung von 85 % auf Rotten Tomatoes. Der Film soll im Dezember in die Kinos kommen, gefolgt von seiner Streaming-Premiere auf Netflix im Januar.