Ein Nahaufnahme von Robert Downey Jr. als Doctor Doom, wie er in Avengers: Doomsday gegen Thor kämpft

Disney's Senior Executive Vice President und Chief Financial Officer, Hugh Johnston, bestätigte kürzlich eine historische Leistung für "Avengers: Doomsday" auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference. Der Marvel Studios Tentpole hat bereits 100 Tage vor seiner Veröffentlichung einen beispiellosen Umsatz von über 50 Millionen US-Dollar im Vorverkauf erzielt und ist damit der erste Film, der diesen Meilenstein erreicht hat. Diese beeindruckende Zahl kommt zustande, nachdem Disney bereits vor Wochen mit dem Vorverkauf von Tickets für Premium-Formate begonnen hatte, gefolgt von der allgemeinen Veröffentlichung von Standardtickets.

Disney fügt seiner Veröffentlichungsstrategie eine einzigartige Wendung hinzu und führt ein neues Premium-Format namens Infinity Vision ein. Dieser Schritt erfolgt, da "Dune: Part Three" Berichten zufolge den Großteil der IMAX-Leinwände weltweit für Dezember gesichert hat. Trotz des Fehlens dieses begehrten Premium-Formats scheint "Avengers: Doomsday" in seiner frühen Kassenleistung unbeeindruckt zu sein. Die große Frage, die sich nun stellt, ist: Wie hoch kann "Doomsday" klettern, sobald der Film offiziell in die Kinos kommt?

Ein bemerkenswerter Unterschied bei diesem "Avengers"-Auftritt ist die direkte Konkurrenz, der er sich gegenübersieht. Der 18. Dezember, sein Veröffentlichungstermin, wurde als "Dunesday" bezeichnet, da "Doomsday" dort direkt mit "Dune: Part Three" konkurriert. Historisch gesehen hatten die mächtigsten Helden der Erde weitgehend unangefochtene Blockbuster-Veröffentlichungen.

Avengers: Doomsday entwickelt sich zu einem riesigen Hit (mit einer wichtigen Einschränkung)

Chris Evans als Steve Rogers, der in Avengers: Doomsday grinst

Das Ausmaß, in dem diese Konkurrenz den Gesamtumsatz des Films beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Aktuelle Trends deuten jedoch darauf hin, dass vielfältige Blockbuster erfolgreich nebeneinander existieren können, wie das "Barbenheimer"-Phänomen mit "Barbie" und "Oppenheimer" oder die weniger diskutierte "Glicked"-Konfrontation zwischen "Wicked" und "Gladiator II" gezeigt hat. Es ist plausibel, dass Marvel-Loyalisten und "Dune"-Aficionados beide ihre filmischen Bedürfnisse befriedigen können.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das späte Dezember-Veröffentlichungsfenster. Während "Avengers: Endgame" im Jahr 2019 mit 2,79 Milliarden US-Dollar weltweit bei einer Veröffentlichung im April Rekorde brach und "Avengers: Infinity War" im Jahr 2018 ebenfalls die 2-Milliarden-Dollar-Marke mit einem ähnlichen Frühjahrsstart überschritt, profitieren Dezember-Veröffentlichungen oft von außergewöhnlichen 'Beinen'. Filme, die in dieser Zeit veröffentlicht werden, tendieren dazu, weit über ihr Eröffnungswochenende hinaus stark abzuschneiden und bis in den Januar und Februar hinein zu reichen. James Camerons "Avatar" erzielte beispielsweise über 2,9 Milliarden US-Dollar weltweit und wurde damit zweimal zum umsatzstärksten Film aller Zeiten, hauptsächlich aufgrund seines Dezember-Debüts. "Avengers: Doomsday" könnte auf ähnliche Weise von einem potenziellen Mangel an großen Blockbuster-Konkurrenz im neuen Jahr profitieren und seine Position als dominante Kraft festigen, selbst neben einem starken Performer wie "Dune: Part Three".

Die 50 Millionen US-Dollar im Vorverkauf deuten stark auf einen kolossalen Auftakt für "Doomsday" hin. Eine genaue Vorhersage ist verfrüht, aber zum Vergleich: "Spider-Man: Brand New Day" hatte kürzlich einen Rekordstart von 360 Millionen US-Dollar und erzielte schließlich über 2,4 Milliarden US-Dollar weltweit. Dies wirft die interessante Frage auf, ob ein eigenständiger Spider-Man-Film nun einen Avengers-Ensemble-Film übertreffen kann.

Können Avengers: Doomsday und Secret Wars die Multiversum-Saga mit einem Paukenschlag beenden?

Robert Downey Jr. als Doctor Doom, der eine Armee von Sentinels in Avengers: Doomsday anführt

Die Basis für den Erfolg von "Avengers: Doomsday" ist, mindestens die Leistung seiner Vorgänger zu erreichen. "The Avengers" (2012) definierte das Blockbuster-Kino mit einem weltweiten Umsatz von 1,51 Milliarden US-Dollar neu, während "Age of Ultron" 1,4 Milliarden US-Dollar einspielte. Alles, was unter diesen Zahlen liegt, würde zweifellos als erhebliche Enttäuschung angesehen werden, insbesondere angesichts der Einsätze.

Die Regisseure Joe und Anthony Russo, die "Infinity War" und "Endgame" inszenierten, kehren zurück und steigern die Vorfreude. Disney hat stark in diesen Film investiert und hofft, dass er die oft uneinheitliche Multiversum-Saga entscheidend abschließen wird. Die jüngsten Kassenleistungen des MCU, bei denen Filme wie "Captain America: Brave New World" (415,1 Millionen US-Dollar) und "Thunderbolts" (382,4 Millionen US-Dollar) hinter den Erwartungen zurückblieben, unterstreichen die kritische Notwendigkeit, dass "Avengers: Doomsday" ein monumentaler Erfolg wird.

Eine gewaltige Menge steht auf diesem Film. Er dient als entscheidende Vorbereitung für "Avengers: Secret Wars", der derzeit der einzige für 2027 geplante Marvel-Film ist. Das Studio zielt eindeutig darauf ab, den immensen Hype, der durch die Paarung "Infinity War" und "Endgame" erzeugt wurde, zu wiederholen. Der ultimative X-Faktor wird die kritische Rezeption sein. "Doomsday" muss die Magie des "Marvel der 2010er Jahre" wieder einfangen und eine lauwarme Reaktion vermeiden. Während ein massiver Eröffnungswochenende garantiert zu sein scheint, wird der langfristige Erfolg des Films und seine Fähigkeit, Schwung für "Secret Wars" aufzubauen, um diese Saga mit einem Paukenschlag zu beenden – und gleichzeitig den Weg für zukünftige Erzählungen zu ebnen – stark von seiner Qualität abhängen. Kein Druck, natürlich.

"Avengers: Doomsday" soll am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommen.